Schach&Religion
Ausstellungskatalog zur vierten Ausstellung der Stiftung

29,– €
144 Seiten, gebunden, mit vielen farbigen Abbildungen.
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Diese vierte Ausstellung der Schach- und Kulturstiftung G.H.S. befasst sich mit den ambivalenten Verbindungen von Schach und Religion. Da acht Jahrhunderte lang die Augustiner, Benediktiner, Jesuiten und Malteser im Kloster Ebersberg wirkten, bot sich die Stadt Ebersberg für das gewählte Thema in besonderer Weise an. Ein Anknüpfungspunkt ist der Jesuit und bedeutende deutsche Dichter Jacob Balde, der viele Sommer am Kloster Ebersberg verbracht und 1643 eine berühmte Schachode veröffentlicht hat.
Im historischen Sitzungssaal des Rathauses, der ehemaligen Klostertaverne, werden wertvolle Schachfiguren gezeigt, die thematisch die Figur des Bischofs im Fokus haben, in Deutschland als Läufer bekannt. Bischöfe und Geistliche beim Schachspiel sieht man zudem auf Gemälden und Grafiken, die vor allem aus der Sammlung des Instituts für Spielforschung der Universität Mozarteum in Salzburg stammen. Als ein Beispiel für strikte Gegner des Schachspiels dient der Bußprediger Johann Capistrano, der 1452 in Nürnberg Schachfiguren verbrennen ließ. Weitere ausgewählte Aspekte unterstreichen, dass das Verhältnis zwischen Schach und Religion vielen Wandlungen unterworfen und nie eindeutig festgelegt war.
Dies wird auch deutlich in den Textbeiträgen dieses Ausstellungskatalogs. Der Spielforscher Dr. Rainer Buland vom Institut für Spielforschung entwickelt auf fünf wesentlichen Ebenen eine einführende Grundlage. Herbert Bastian gibt einen präzisen historischen Überblick über Schach und Religion in der gesamten Schachgeschichte. Einen regionalen Bezug bietet Georg Schweiger mit Informationen zum Adelsgeschlecht der Falkensteiner, die wertvolle Schachspiele besaßen. Ein Sonderthema ist Teresa von Avila als Patronin der Schachspieler. Bildhafte Details wie eine Schachskulptur am Naumburger Dom oder eine Schachszene mit Martin Luther werden von Konrad Reiß behandelt. Die Kunsthistorikerin Dr. Natascha Niemeyer-Wasserer befasst sich mit einem in der Fachwelt wenig bekannten Schachbild von Nicolò di Pietro. Von großer Bedeutung, nicht nur für die Balde-Forschung, ist der Beitrag des Altphilologen Prof. Wilfried Stroh zu Baldes Schachgedicht.
- VorwortGeorg Schweiger und Natascha Niemeyer-Wasserer5
- Schach – Spiel – Religion. Das Verhältnis von Schach und (monotheistischer) ReligionRainer Buland8
- Religion und das Schachspiel – eine ambivalente Beziehung, dargelegt an BeispielenHerbert Bastian40
- Die Falkensteiner und ihre Schachfiguren im 12. JahrhundertGeorg Schweiger60
- Teresa von Ávila (1515–1582), Patronin der SchachspielerGeorg Schweiger66
- Die Schachallegorie im Naumburger DomKonrad Reiß74
- Martin Luther aus Eisleben und seine Schachpartie gegen die als Bergleute verkleideten StudentenKonrad Reiß76
- Exkurs: Das Schachbild von Nicolò di Pietro mit dem Hl. AugustinusNatascha Niemeyer-Wasserer78
- Ludus Palamedis – Was Jacob Balde SJ beim Schachspiel über den Krieg dachte (Lyrica 3,13)Wilfried Stroh80
- Katalog der ausgestellten Werke101
- Abbildungsnachweis141
- Impressum143




























