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Schach&Religion

Geistliche, Klöster und das königliche Spiel – mit Jacob Balde in Ebersberg

Sitzungssaal mit gemaltem Chronik-Fries: zwei Vitrinen voller Schachfiguren, dazwischen ein Gemälde mit Schachspielern im Studierzimmer
Ausstellung
Vierte Ausstellung der Stiftung
Zeitraum
3. – 18. August 2019
Ort
Historischer Sitzungssaal, Rathaus Ebersberg
Geöffnet
Samstag und Sonntag 14–18 Uhr
Führungen
Dr. Natascha Niemeyer-Wasserer und Georg Schweiger, auf Anfrage
Leihgaben
Institut für Spielforschung, Mozarteum Salzburg

Die vierte Ausstellung widmete sich den ambivalenten Verbindungen von Schach und Religion. Ebersberg bot sich dafür besonders an: Acht Jahrhunderte lang wirkten Augustiner, Benediktiner, Jesuiten und Malteser im Kloster Ebersberg. Anknüpfungspunkt war der Jesuit und Dichter Jacob Balde (1604–1668), der viele Sommer im Kloster verbrachte und 1643 eine berühmte Schachode veröffentlichte.

Jacob Balde SJ (1604–1668), Kupferstich

Im Historischen Sitzungssaal des Rathauses, der ehemaligen Klostertaverne, waren wertvolle Schachfiguren zu sehen, allen voran die Figur des Bischofs – im Deutschen der Läufer. Gemälde und Grafiken, vor allem aus der Sammlung des Instituts für Spielforschung am Mozarteum Salzburg, zeigten Bischöfe und Geistliche beim Spiel. Dem gegenüber stand etwa der Bußprediger Johannes Capistranus, der 1452 in Nürnberg Schachfiguren verbrennen ließ. Roll-ups in den Fluren des Rathauses vertieften einzelne Themen, von Teresa von Ávila als Patronin der Schachspieler bis zu den Spielverboten der Orden.

Das Begleitprogramm reichte von Ingmar Bergmans „Das siebente Siegel“ über eine Lesung und eine Klosterführung bis zum Simultanschach mit Dr. Helmut Pfleger im Klosterbauhof.

Eindrücke

Katalog zur Ausstellung

2019 · 144 Seiten · 29,– €

Mit Beiträgen von Georg Schweiger, Natascha Niemeyer-Wasserer, Rainer Buland, Herbert Bastian, Konrad Reiß und Wilfried Stroh, vielen farbigen Abbildungen und dem Verzeichnis der ausgestellten Werke.